Immer wieder läuft eine große Diskussion über genmanipulierte, also transgene Lebensmittel. So feierten gerade Imker in der Europäischen Union es als Sieg, dass aus genmanipulierten Pollen gewonnener Honig vom Markt genommen werden muss. Doch einerseits ist dieser vermeintliche Sieg gar kein Sieg, da dies nur Pollen aus transgenen Pflanzen betrifft, die nicht freigegeben wurden, andererseits sind nur in der Europäischen Union so viele negative Stimmen gegen genmanipulierte Produkte, dabei haben diese Nahrungsmittel auch unsagbar viele Vorteile. Ein gutes Beispiel für die positiven Auswirkungen von transgenen Lebensmitteln sind Tomaten.
Mussten sie zuvor unreif geerntet werden und konnten daher nicht so viel Sonne “tanken” wie es sein sollte, weil sie ansonsten zu schnell verdorben gewesen wären, wird dieser Verrottungsprozess bei transgenen Tomaten heute erheblich verlangsamt. Dadurch können die Tomaten auch geerntet werden, wenn sie richtig reif sind. Nicht nur dem Geschmack von Tomaten kommt das zugute, auch sind diese Tomaten mit erheblich mehr Vitaminen angereichert. Andererseits spricht die ganze Welt immer mehr von der Verknappung von Anbauflächen. Das heißt, irgendwann ist nicht mehr genug Anbaufläche vorhanden, um alle Menschen ernähren zu können. Schon heute leiden viele Menschen besonders in Entwicklungsländern großen Hunger.
Gleichzeitig gibt es mittlerweile den transgenen, sogenannten “Golden Rice”, also goldenen Reis, der wesentlich mehr Karotin (Vorstufe zu Vitaminen) enthält und somit wesentlich nährstoffreicher ist. Weniger Reis kann hier also Menschen ein gesünderes Leben verschaffen. Und außerdem ist Genmanipulation nicht wirklich etwas Neues. Evolution ist in der Natur nichts anderes als das Verändern von Geninformationen. Vor den 1990ern, als die zielgerichtete Veränderung von Genen erstmals möglich wurde, gab es diese Manipulation auch schon. So sind Zuchtrassen nichts anderes als genmanipuliertes Kreuzen von verschiedenen Rassen, bis diese gewünschte Eigenschaften erzielen. Bei Kühen und Rindern beispielsweise eine erhöhte Milch- oder Fleischproduktion.
Dass hier teilweise seit Jahrhunderten lange durch Kreuzen Gene manipuliert wurden, bis die Tiere den Anforderungen genügten, ist heute nicht weiter erwähnenswert. Und diese Fleisch- und Milchprodukte sind dann sogar, wenn die Tiere aus entsprechendem Anbau kommen, als Bio Produkte gekennzeichnet. Ähnlich verhält es sich mit Produkten aus den letzten 50 Jahren. Als man die Gene selbst noch nicht erfassen konnte, wurden bestimmte Pflanzen und Samen mit radioaktiver Strahlung beschossen, um Mutationen, also Genveränderungen zu erzielen. Entsprach eine Mutation den Zielen, wurde die Pflanze dann auch angebaut. Auch solche Pflanzen finden sich heute unter Bio Produkten. Dabei ist die heutige Herstellung transgener Lebensmittel einfach eine kontrollierte Methode mit schnellerem Effekt. Also dasselbe wie Kreuzen von Tierarten, nur eben viel schneller.